Ein Kleiverlag in Zeiten von Corona



Als ob das Jahr 2019 die Verlagswelt nicht schon genug gebeutelt hätte folgt nun die Corona-Krise und die macht auch vor Kleinverlagen nicht halt. Eine kleine Zusammenfassung, wie es hier gerade aussieht und wie #Bücherhamstern entstanden ist.

Wie ich euch HIER berichtet habe, war 2019 ein wirklich heftiges Jahr und eigentlich hatte ich mich schon wieder ein bisschen davon erholt. Die Vorfreude auf die Leipziger Buchmesse stieg. Nach drei Jahren wollte ich wieder mit dabei sein, mit eigenem Stand und größerem Programm. Aber es sollte nicht sein.

Wie viele andere Messen auch, wurde die Leipziger Buchmesse abgesagt. Die Wut darüber lies sich jedoch überraschend schnell in etwas Produktives umwandeln. Im Phantastik Autoren Netzwerk PAN haben einige Leute darüber gesprochen, was man mit der abgesagten Messe machen soll. Von mir kam dann der Vorschlag, einen Hashtag zu kreieren mit dem Verlage und Selfpublisher*innen ihre Neuheiten vorstellen können, damit Leser*innen diese schnell finden und wir alle viel Sichtbarkeit für die Neuheiten generieren können. Von Sabrina Železný kam dann die Wortschöpfung Bücherhamstern, die dann verbreitet wurde. Schnell sprangen andere auf den Zug auf. Gemeinsam mit anderen Projekten und Ersatz-Buchmessen haben wir es geschafft, ein wenig Buchmesse-Feeling auf die Monitore dieser Welt zu zaubern.

Doch wie geht es nun weiter?

Heute postete der Verlag ohneohren aus Wien einen aktuellen Stand der Dinge HIER. Dem wollte ich mich anschließen. Auch ich lebe nicht vom Verlag, ich habe einen Brotjob, den mache ich jedoch schon immer im HomeOffice, das ist also keine Umstellung für mich. Von meiner Seite her sieht also alles ganz okay aus. Auch ich werde Gänge zur Post (um Bücherbestellungen abzugeben) reduzieren. Das sollte allerdings auch kein Problem sein.

Allerdings besteht der Verlag nicht nur aus mir, denn den größten Teil leisten die Autor*innen. Geplante Bücher können sich nun verzögern, da Autor*innen ihre Zeit nun neu planen müssen. Die meisten meiner Autor*innen leben ebenfalls nicht vom Schreiben, sondern sind berufstätig, haben Familie und Kinder. Das alles muss neu organisiert werden und da kann es passieren, dass das Schreiben hinten anstehen muss. Auch bei Lektor*innen kann es zu diesen Verzögerungen kommen.

Ich halte euch da aber auf dem Laufenden. Die nächsten drei Neuheiten dieses Jahr sind für Mitte Juni geplant und sollten zur Buchmesse Saar erscheinen. Ich hoffe, ich kann diesen Termin für alle Titel halten.

Ansonsten passieren hier im Hintergrund viele Dinge. Ich plane einen neuen OnlineShop, ein paar Bestellungen kommen von den Großhändlern und ich lese neue Skripte für das Verlagsjahr 2021. Langweilig wird es mir nicht.

Bitte passt alle gut auf euch auf, immer schön die Hände waschen und hamstert mehr Bücher als Klopapier.

Eure Grit