Anthologien als Sprungbrett

 

Mit „Absinth“ im Lektorat, sowie „Steampunk Akte Asien“ und „Kemet“ in der Auswahl sind wir gerade mitten drin in unseren aktuellen Anthologie-Projekten. Doch immer wieder erreichen uns Fragen und Aussagen wie „Was bringt es mir denn, in einer Anthologie zu sein?“ oder „Ich will nicht so viel Zeit und Recherche in eine Kurzgeschichte investieren“. Doch gerade das kann sich besonders für neue Autoren durchaus lohnen.

Wie ich Euch in meinem Clip „Anthologien 2.0“ schon erzählt habe sind die Kurzgeschichten-Ausschreibungen mittlerweile für mich zur besten Möglichkeit geworden neue Autoren kennen zu lernen und in einem kleinen Umfeld mit ihnen zu arbeiten. Nicht selten führt das auch dazu, dass sich diese Autoren später mit größeren Projekten bei mir (oder anderen Verlagen) wiederfinden.



In diesem Beitrag möchte ich Euch fünf kleine Erfolgsgeschichten nennen, die mit  Kurzgeschichten ihren Anfang fanden.

Fabian Dombrowski
Ende 2012 erschien plötzlich ein Autor auf der Bühne der Phantastik und war von da an nicht mehr wegzudenken. Fabian Dombrowski veröffentlichte in kürzester Zeit zahlreiche Anthologie-Beiträge in verschiedenen Verlagen. Ohne bisher einen Roman herausgebracht zu haben ist er bereits jetzt ein bekannter Name unter den deutschsprachigen Kleinverlagen. Besonderes Aufsehen erregte er als Herausgeber der Anthologie „Verschlusssache“ (erschienen im Verlag ohneohren), die sich mit Verschwörungstheorien beschäftigt und 2016 für den Deutschen Phantastik Preis nominiert war (gewonnen hat diesen Preis am Ende die Anthologie „Die dunkelbunten Farben des Steampunk“ in der er ebenfalls vertreten war). Momentan ist Fabian Herausgeber der „Steampunk Akten“ im Art Skript Phantastik Verlag.

Stefanie Mühlsteph
Mit ihrer Kurzgeschichte „Bittersüß wie Absinth“ eröffnete Stefanie Mühlsteph die Anthologie „Vampire Cocktail“, doch das Nerd-Girl hat noch viel mehr zu bieten. 2006 gewann sie bei Jugend Forscht in der Kategorie „beste physikalische Arbeit eines Mädchens“ – Technik ist ihr Ding. Kein Wunder also, dass sie mit ihren Sachbüchern „Technikgirl“ und „Nerdikon“ auch bald Großverlagsluft schnuppern konnte. Doch der Phantastik blieb sie treu. Zahlreiche Kurzgeschichten und Romane in verschiedenen Verlagen spiegeln ihren Tatendrang. 2018 wird es wieder mehr Publikationen von ihr geben, unter anderem eine sehr Technik-affinie Novelle im Art Skript Phantatik Veralg.

Markus Cremer
Seit den frühen 90er Jahren veröffentlicht Markus Cremer regelmäßig Kurzgeschichten zu den verschiedensten Genres. Die erste Story mit seinem Helden Archibald Leach erschien bereits 2013 in der Anthologie „Stemapunk 1851“ – der ersten Steampunk-Anthologie des jungen Art Skript Phantastik Verlages. Mittlerweile schwirren bereits acht Kurzgeschichten mit dem exzentrischen Abenteurer durch die Kleinverlagswelt. Hinzu kommen zahlreiche weitere Veröffentlichungen bei diversen Verlagen, die ihm halfen, eine große Fanbase aufzubauen. Trotzdem sollte erst 2017 sein erster Roman erscheinen. Dafür ist „Archibald Leach und die Montrositäten des Marquis de Mortemarte“ mit seinen fast 600 Seiten auch das komplette Gegenteil einer Kurzgeschichte.

Katharina Fiona Bode
„Ihre skurrielen Kurzgeschichten stechen aus der Menge heraus wie ein bunter Hund“ sagte ich immer gerne über Kathy. Denn tatsächlich ist es schwer ihren einzigartigen Stil und die vielen Wortspiele nicht sofort zu erkennen. Ich wartete also, ob sie mir vielleicht mal einen Roman anbieten würde, doch es kam nichts. Also habe ich selbst angfragt (eine Vorgehensweise, ich ich seitdem sehr oft nutze, wenn mir Anthologie-Autoren gut gefallen). Herausgekommen ist „Erasmus Emmerich und die Maskerade der Madame Mallarmé“, der auf der ShortList des SERAPH Literaturpreises 2017 landete und auch so großes Aufsehen erregte. Bereits nach 10 Tagen war die erste Auflage ausverkauft. Mittlerweile arbeitet die Autorin an Teil 2.

Luzia Pfyl
2013 hatte Luzia ihr Kurzgeschichten-Debüt mit „Tote Kanninchen“ in meiner Anthologie „Steampunk 1851“. Nach einer kurzen Pause ging es steil bergauf mit ihr. Mitte 2015 erschien ihr Debüt-Roman „Cesario Aero: Kaiser der Lüfte“ im Verlag ohneohren. Seit 2016 schreibt sie die Steampunk-Novellenreihe „Frost & Payne“ für Greenlight Press. Dem Thema Steampunk bleibt sie in all ihren Werken treu uns setzt sich tapfer gegen Vorurteile á la „Frauen können kein Steampunk schreiben“ zur Wehr.

Ihr seht also, Kurzgeschichten sind ein gutes Sprungbrett, eine Möglichkeit Verlage kennen zu lernen, Euch im Wettbewerb mit andren Autoren zu vergleichen und Euch eine Fan-Base aufzubauen. Unsere aktuellen Ausschreibungen findet Ihr übrigens bald HIER.