25.09.2014

Autoren-Support // Wie bewerbe ich mich bei einem Verlag // Teil 3


Schließlich habt Ihr Eurer Exposé geschrieben, eine eMail verfasst und alles weggeschickt. Es kommt eine Antwort vom Verlag, im Falle einer Zusage knallen die Sektkorken, bei einer Absage wird die Familie zusammengetrommelt und das Haus des Verlegers niedergebrannt. Bitte nicht. Bisher habt Ihr mit Exposé und Mail einen guten Eindruck gemacht, zerstört diesen nicht durch Kurzschlussreaktionen. Wer wissen will, warum er abgelehnt wurde verfasst eine sachliche Mail, auch hier kann KISS angewendet werden (siehe Teil 2). Oft bekommt man keine Antwort. Nicht weil die Verlage sich zu fein sind, sondern weil sie die Erfahrung gemacht haben, dass Autoren mit Kritik nicht gut umgehen können – Stichwort „Meine Mama hat aber gesagt, das ist voll toll was ich geschrieben habe. Warum erkennen Sie nicht wie super ich bin?“ – ja, hatte ich so in der Art auch schon.

Ein Großteil der Autoren, die sich bei mir bewerben, werden abgelehnt weil ihr Werk einfach nicht ins Verlagsprogramm passt. Daher ist es sehr wichtig die Punkte zu beachten, die ich in Teil 1 geschrieben habe. Andere werden abgelehnt, weil der Schreibstil noch nicht ausgereift ist. In dem Fall kann ein Autor nur eines tun und zwar schreiben, schreiben, schreiben … und lesen! Viele Autoren fanden es hilfreich Unterstützung in Schreib-Foren zu bekommen wo sie von anderen bewertet und ihre Geschichten kritisch hinterfragt wurden. Hilfreich ist auch die Teilnahme an Kurzgeschichten-Wettbewerben in denen sich der Autor direkt mit seinen Kollegen messen kann. Für mich als Verlegerin ist es immer ein gutes Zeichen, wenn ein Autor schon in verschiedenen Anthologien von verschiedenen Verlagen vertreten war. Das zeigt mir, dass dieser Autor schriftstellerische Qualitäten an den Tag legt, die auch andere Verleger erkannt haben. Zwar werden Beiträge in Anthologien zumeist nicht vergütet, die Erfahrungen, die Ihr machen werdet sind jedoch unbezahlbar. Im Idealfall lernt ihr den Umgang mit Verlegern, Lektorat/Korrektorat und könnt nebenher noch Kontakte zu anderen Autoren knüpfen.

Nun nehmen wir aber den anderen Fall: Was passiert, wenn eines Eurer Werke von einem Verlag angenommen wird? Natürlich überwiegt zuerst die Freude und auch ein Vertrag ist schnell unterschrieben. Doch besonders da solltet Ihr Vorsicht walten lassen. Lest Euch den Vertrag genau durch, stellt dem Verleger Fragen, falls Euch etwas nicht klar ist. Wenn Ihr auch nur das kleinste, schlechte Gefühl habt, dann schlagt das Angebot lieber aus, als dass ihr Euer Werk, in das ihr viel Arbeit und Liebe gesteckt habt, an einen zwielichtigen Verlag verliert. Wenn Ihr einen Vertrag unterschreibt solltet Ihr Euch ganz sicher sein, dass Eurer zukünftiges Buch in die richtigen Hände kommt.

Was passiert, wenn Ihr, trotz Recherche an einen Druckkostenzuschussverlag (DKZV) geraten seid? Wie der Name schon sagt muss man bei einem DKZV die Druckkosten selbst übernehmen. Weiterhin werben diese Verlage damit, dass sie Werbung für Euch machen, in den meisten Fällen passiert das jedoch nicht oder nur in dem Ausmaß wie es auch ein normaler Kleinverlag bewerkstelligen kann. Wer sich also mit einem DKZV zusammen tun möchte der sollte sich dessen bewusst sein.

Wer jetzt noch immer oder gerade weil motiviert ist einem Verlag zu schreiben: Immer her damit! Denn obwohl es auf manche Autoren nicht den Eindruck machen mag, aber gute Geschichten werden IMMER gesucht!
Ich hoffe, Euch haben meine Tipps gefallen. Zukünftig möchte ich gerne weitere Autoren-Support-Reihen machen. Über was würdet Ihr denn gerne mehr erfahren?

Liebe Grüße
Grit

Weitere Teile dieser Reihe:
Teil 1
Teil 2
Teil 3

Special

24.09.2014

Bald gibt es eBooks!


Auch ich kann mich nicht länger davor drücken. Bald wird es alle Bücher des Art Skript Phantastik Verlages auch als eBooks geben. Wann, wie und wo? - Das erfahrt Ihr bald hier und auf unserer Facebook-Page.

18.09.2014

Autoren-Support // Wie bewerbe ich mich bei einem Verlag // Teil 2



Teil 1 passierte noch daheim, jetzt geht es an die Öffentlichkeit und zwar mit einem Exposé - der Inhaltsangabe Eures Werkes. Dieses soll die Grundidee und den groben Handlungsverlauf skizzieren. Das Exposé ist Eure Bewerbung beim Verlag und sollte daher mit dem gleichen Elan verfasst sein wie eine Job-Bewerbung, schließlich wollt Ihr im Idealfall vom Schreiben leben.

So wichtig wie das Exposé selbst ist auch das Anschreiben an den Verlag. Im Zeitalter von eMails möchte kaum noch ein Verlag das Exposé per Post haben. Also starten wir die eMail mit dem Satz „Sehr geehrte Damen und Herren“ – FALSCH!
Jeder Bewerbungscoach wird bestätigen, dass man eine Bewerbung NIE mit diesen bösen fünf Wörtern beginnt. Nur ein bisschen Recherche ist nötig und Ihr findet heraus wer der Ansprechpartner fürs Lektorat ist. Bitte schaut auch genau nach, welchen Geschlechts diese Person ist. Ich bekomme durchschnittlich zwei Mal im Monat eine Mail, die an „Herr“ Grit Richter adressiert ist. Solltet Ihr trotzdem keinen Ansprechpartner finden, dann seid kreativ! Alles was nicht die bösen fünf Wörter beinhaltet ist gut, auch „Hallo fleißiges Verlags-Team“.

Für den weiteren Verlauf der Mail empfehle ich die einfache Regel KISS (Keep it Simple and Smart). Stellt Euch und Euer Roman-Projekt vor (Titel des Romans, Thema, Genre, Umfang, und vielleicht auch eine kleine Geschichte wie ihr dazu gekommen seid dieses Werk zu verfassen), zeigt dem Verlag, dass Ihr Interesse an der Zusammenarbeit habt.
Vermeidet ellenlange Mails! Euer potentieller Verleger möchte im Normalfall nicht wissen, dass Eurer Hund gestorben ist, dass Ihr von Euren Eltern geschlagen wurdet oder dass Euer Lebensgefährte eine Granate im Bett ist … ja, das wurde mir wirklich schon alles geschrieben.

Rechtschreib- und Grammatikfehler kommen vor und niemand nimmt sie Euch übel, aber keiner liest das Exposé, wenn schon in der Mail die Rechtschreibfehler Tango tanzen. Nehmt Euch also etwas Zeit um Eurer Anschreiben genau zu formulieren und durchzulesen. Wenn das Grundgerüst einmal steht kann man es einfach immer wieder verwenden, sofern man gewisse Anpassungen bei der Anrede vornimmt. ^^

Ist das Expoé abgeschickt beginnt die Wartezeit und im Idealfall bekommt Ihr irgendwann eine Antwort. Wie mit Absagen, Zusagen, Verträgen und DKZV umgeht verrate ich Euch dann im nächsten Teil.

Teil 3 – Die Antwort & die Reaktion
Tot allen Verlegern die mich abgelehnt haben!
wird am 25.09.2014 veröffentlicht

Bis dahin alles Liebe
Grit

Weitere Teile dieser Reihe:Teil 1
Teil 2
Teil 3

Special

11.09.2014

Autoren-Support // Wie bewerbe ich mich bei einem Verlag // Teil 1

Hallo alle zusammen, ich bin Grit vom Art Skript Phantastik Verlag und erzähle Euch in dieser kleinen Autoren-Support-Serie, auf was bei der Verlagssuche zu achten ist, was man tun muss und was man tunlichst unterlassen sollte.


Wer mit dem Schreiben beginnt hat nicht gleich einen Masterplan für die nächsten Jahre in der Hinterhand. Manche Leute schreiben für sich selbst, weil es sie glücklich macht, weil sie darin etwas finden, dass ihnen hilft. Andere schreiben, weil sie damit etwas erreichen wollen und es gibt tatsächlich Leute, die schrieben nur weil es „in“ ist.
Irgendwann stellt sich der eine oder andere Schreiber dann die Frage „Soll ich mein Werk veröffentlichen?“ – manche trauen sich nicht, andere beantworten sich diese Frage gleich mit JA und senden ihr Werk wild an diverse Verlage raus und wundern sich dann wenn eine Absage oder gar nichts zurückkommt.

Die erste Frage, die sich ein potentieller Autor – nachdem er sein Werk vollendet hat – stellen sollte, ist „Was ist das eigentlich für ein Genre?“
Die Frage mag im ersten Moment komisch sein, jedoch ist sie durchaus berechtigt.
Fantasy ist nicht gleich Fantasy!
Jedes Genre hat eine Vielzahl sogenannter Sub-Genres, die verschiedene Bereiche abdecken. Laut Wikipedia hat der Bereich Fantasy folgende Sub-Genres:

High Fantasy
Low Fantasy oder Sword and Sorcery
Contemporary & Urban Fantasy
Zeitreisegeschichten
Kunstmärchen & Märchenromane
Animal Fantasy
Science Fantasy
Dark Fantasy
All Age Fantasy
Humoristische Fantasy
Pseudodokumentation
Pseudohistorische Fantasy
Social Fantasy
(Eine genaue Beschreibung der einzelnen Sub-Genres findet Ihr HIER)

Wie gesagt, Fantasy ist nicht gleich Fantasy!
Nun kommt es darauf an, wie gut Ihr Euer Werk kennt. Dementsprechend schnell könnt ihr es einem passenden Sub-Genre zuweisen. Manche Werke können auch zwei oder drei Sub-Genres in sich vereinen. „Harry Potter” ist z.B. All Age Fantasy und Urban Fantasy.

Und nicht nur das Fantasy-Genre ist so vielseitig, ein Blick auf die Wikipedia-Einträge anderer Genres legt schnell die Vielschichtigkeit offen. Es lohnt sich also, egal ob man in einem oder mehreren Genres als (angehender) Autor tätig ist, die Geres und Sub-Genres genau unter die Lupe zu nehmen.

Habt Ihr das Genre Eures Werkes herausgefunden wird es schon viel leichter den passenden Verlag zu finden. Auf den Websites der Verlage solltet Ihr die Infos zu den Geres finden, die der Verlag betreut. Falls nicht, einfach mal anrufen oder eine Mail schreiben und nachfragen.

Wie Ihr Eurer Werk dann an den Verlag bringt, wie das Anschreiben aussehen sollte und was ein Exposé ist, das erfahrt Ihr im nächsten Teil des Autoren-Supports

Teil 2 – Exposé & Verlagsanschreiben
Ordnung ist das halbe Buch!
wird am 18.09.2014 veröffentlicht

Bis dahin alles Liebe
Grit

Weitere Teile dieser Reihe:Teil 1
Teil 2
Teil 3

Special

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