Anthologien und ihre Bedeutung für ...


An Halloween diesen Jahres hat der Verlag seine neuen Ausschreibungen, für die voraussichtlich 2014 erscheinenden Anthologien "Die Damen der Geschichte" und "Steampunk Akte Deutschland" veröffentlicht. Doch noch immer sind Anthologien/Kurzgeschichtensammlungen für Autoren wie Leser ein unentdecktes Land und viele sind sich nicht sicher, was sie damit anfangen sollen. Darum fasse ich in diesem Artikel mal zusammen, was Kurzgeschichtensammlungen bedeuten und warum sie so wichtig für kleine Verlage und junge Autoren sind.

Was Anthologien für den Art Skript Phantastik Verlag bedeuten
Der Art Skript Phantastik Verlag hat sich von Anfang an auf die Fahne geschrieben, junge Autoren zu fördern und durch Anthologien gelingt das natürlich am besten. In einem Buch kann man viele herausragende Autoren unterbringen und sie der Welt präsentieren. Außerdem machen Großverlage eher selten Anthologien und so hat man schon mal einige Konkurrenten weniger, wenn man sich zum Beispiel für den Deutschen Phantastik Preis bewirbt. Für selbigen war die erste Anthologie des Verlages "Vampire Cocktail" im Jahr 2013 nominiert und auch wenn wir ihn nicht abstauben konnten, so ist es doch eine sehr großer Schritt für einen so kleinen Verlag gewesen.

Was Anthologien für Autoren bedeuten
Für Autoren kann eine Ausschreibung vieles sein: Herausforderung, Sprungbrett, Lebensaufgabe. Während meiner bisherigen Zeit als Verlegerin habe ich viele Autoren getroffen und ihre unterschiedlichen Meinungen zum Thema Anthologien gehört. Die Herausforderung liegt für viele Autoren darin, genau nach den Vorgaben des Verlages zu arbeiten und gleich mit einer ganzen Horde anderer Autoren in den direkten Konkurrenzkampf zu treten. Mit der Veröffentlichung in einer Anthologie machen Autoren auf sich aufmerksam und ist man in verschiedenen Anthologien von verschiedenen Verlagen vertreten so wird auch schnell klar, dass der Autor eine gute Qualität abliefert, die von verschiedenen Verlagen gleichermaßen geschätzt wird. Dies kann durchaus zum Sprungbrett für eine Romanveröffentlichung werden. Einige Autoren haben jedoch gar nicht die Absicht einen Roman zu schreiben, sondern finden einfach nur sehr viel Gefallen daran an vielen Ausschreibungen teilzunehmen und sich immer wieder der Herausforderung der Kurzgeschichte zu stellen. 
Leider gibt es auch Autoren, der der Meinung sind Anthologie-Beiträge seien eine Art Larvenstadium des Autorendaseins und sobald man mal einen Roman herausgebracht hat wäre die erneute Teilnahme an einer Ausschreibung wie ein Schritt zurück in der Karriere. Das halte ich persönlich für die falsche Ansicht, denn auch viele bekannte und gestandene Autoren, die schon viel bei Klein- und Großverlagen veröffentlicht haben nehmen immer noch gerne an Anthologie-Ausschreibungen teil.

Was Anthologien für Blogger bedeuten
Blogger nehmen in der Literaturwelt der kleinen Verlage einen sehr wichtigen Platz ein, immer mehr von ihnen werden zu Opinion Leadern, die einen Trend früh erkennen und durch ihnen Blog zu mehr Bekanntheit verhelfen. Statt "nur" die ohnehin schon bekannten Bücher aus Großverlagsproduktion zu rezensieren beginnen immer mehr von ihnen sich auf die Kleinverlage und deren Nischenprogramme zu konzentrieren. Dabei scheinen Anthologien den Bloggern sehr viel Spaß zu machen, denn sie können sich zu einem Thema, dass ihnen selbst gefällt gleich eine ganze Sammlung von Geschichten aus den Federn verschiedenster Autoren zu Gemüte ziehen. Besonders die unverbrauchten Ideen werden immer wieder von Bloggern als positives Merkmal hervorgehoben.

Was Anthologien für den Leser bedeuten
Ähnlich wie bei den Bloggern legen auch immer mehr Leser wert auf unverbrauchte Ideen und Schreibstile, die nicht vom amerikanischen Mailsteam beeinflusst sind. Leider ist dem Otto-Normal-Leser das Wort Anthologie oder Kurzgeschichtensammlung eher weniger geläufig.Weshalb die Kleinverlage um jeden Leser kämpfen. Doch wer einmal seine Leidenschaft für Anthologien entdeckt hat, der kommt nicht mehr davon los.