Anthlogie-Beiträge und wie sie bewertet werden

Liebe Leserinnen und Leser,

Ende Februar endeten die Ausschreibungen zu unseren neuen Anthologien "Masken" und "Steampunk 1851", zu beiden Themen sind einige Beiträge im eMail-Postfach des Verlages gelandet. Nun möchte ich Euch erzählen, nach welchen Kriterien ich die Beiträge für die Anthologien auswähle.

Jeder Beitrag wird in einer Excel Tabelle mit Titel, Name des Autors und Wortanzahl nach Einsendedatum festgehalten. Nachdem ich die Geschichte gelesen habe gebe ich jeweils eine Note (von 1 bis 5, wobei 1 schlecht und 5 super-hyper-mega-affen-geil ist) einmal für die Idee und einmal für die Umsetzung. Aus diesen beiden Noten errechne ich dann die "Gesamtpunktzahl" und hinterlasse bei Bedarf noch einen Kommentar im Info-Feld. Anschließend sind noch drei Felder frei "Ja", "Nein", "Vielleicht". Das sind immer die schwierigsten! Bei der Anthologie "Vampire Cocktail" gab es Geschichten, die ich unbedingt dabei haben wollte, somit war das X sofort im "Ja" Kästchen. Einige wenige Beiträge erhielten gleich ein X im "Nein" Kästchen, weil sie schlichtweg nicht zum Thema der Anthologie gepasst haben. Beiträge die mit einem X im "Vielleicht" Kästchen sind Wackelkandidaten, die am Ende noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden.

Nachdem also alle Beiträge durchgelesen und bewertet wurden, scheiden zuerst die mit einem X im "Nein" Kästchen markierten Beiträge aus. Was "Den Stapel" erfahrungsgemäß um einiges schrumpfen lässt. Zwischen den "Ja"- und den "Vielleicht"-Beiträgen fand im letzten Jahr ... naja ... ein kleiner Krieg statt. Für die Anthologie suche ich am Ende natürlich eine gewisse Anzahl Geschichten, sie siech in Stil und Thema unterscheiden und doch miteinander harmonieren. Ich suche also erst mal die Geschichten, die sich vom Thema her ähneln und werte sie noch einmal im Detail gegeneinander aus.

Nachdem das alles passiert ist bleibt noch ein kleiner Stapel Geschichten, die sich sowohl vom Thema als auch vom Schreibstil her vollkommen unterscheiden. Dann muss nur noch ich für mich entscheiden, ob die Geschichten gleichwertig sind und ob ich genug Platz für alle habe.

Und am Ende, wenn das alles entschieden ist werden die Autoren benachrichtigt. Zuerst diejenigen, die es leider nicht geschafft haben - wobei das nicht heißen muss, dass eine Geschichte schlecht war, sondern einfach, aus welchem Grund auch immer, nicht gepasst hat. Danach benachrichtige ich "Die Gewinner", kläre mit ihnen ab, ob sie noch immer dabei sein wollen, hole mir Web-/Blog-Adresse und Mini-Lebenslauf von ihnen, bereite die Verträge vor und schicke sie schließlich an alle Autoren raus.

Ich hoffe, dieser Beitrag hat Euch einen kleinen Einblick in meine Arbeit ermöglicht. Ich mache mir die Entscheidung wirklich nicht leicht und denke sehr viel über einzelnen Beiträge nach. Ich hoffe, das Ergebnis gefällt Euch und Ihr holt Euch die beiden neuen Anthologien ^^

Liebe Grüße
Grit