Autoren Profil // Michael Zandt

Im heutigen Autoren Profil möchte ich Euch Michael Zandt vorstellen.
Der 44jährige Schwabe wurde 2010 überraschend für den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie "Beste deutschsprachige Kurzgeschichte" nominiert und veröffentlichte im Dezember 2011 seinen Debüt Roman Hapu - Teufel im Leib. Er pflegt eine Facebook-Page und baut gerade seinen Blog auf. Der Art Skript Phantastik Verlag beherbergt nun sein neues Werk Das schwarze Kollektiv.

Und nun überlasse ich das Feld dem Autor selbst. Michael, was möchtest Du deinen potenziellen Fans und Lesern gerne mitteilen?


Liebe unbekannte Leserin, lieber unbekannter Leser,
vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, mich kennen zu lernen. Wie Du bereits einleitend erfahren hast, bin ich der Autor von „Hapu – Teufel im Leib“ und des demnächst erscheinenden Romans „Das schwarze Kollektiv“.

Meine ersten Leseerfahrungen habe ich am Zeitschriftenregal eines Supermarktes gesammelt. Dort ließ man mich die Abenteuer der Schlümpfe lesen, ohne dass ich dafür hätte bezahlen müssen. Noch lieber hätte ich mir die bunten Alben freilich gekauft, aber mein Taschengeld war für die jeweils aktuelle Ausgabe der Micky Maus reserviert.
Jules Verne, Hans Dominik und H.G. Wells ebneten mir später den Weg in die Welt der Phantastik. Ich verschlang die Bücher von Perutz, bewunderte Poe und amüsierte mich bei Heinlein und Lovecraft.

Ich habe aber nicht nur gerne gelesen, sondern mir auch Geschichten ausgedacht. Irgendwann, ich mag vielleicht zehn oder elf Jahre alt gewesen sein, habe ich damit begonnen sie aufzuschreiben. Das tat ich, bis ich in das unruhige Fahrwasser der Pubertät geriet. Von da ab hielt ich die Lust am Phantasieren für ein Erbe meiner Kindheit. Für ein Hindernis, dass ich auf dem Weg in die Welt der Erwachsenen hinter mir lassen musste.
Aus einem verträumten Kind wurde ein „schwieriger“ Teenager. Ein Jugendlicher, der nicht ich der Lage war in der Handlung von heute die Konsequenz von morgen zu sehen. Jemand, der Klassenziele verfehlte und nachts nicht nach Hause kam.

Aber auch diese Phase ging vorüber. Ich wurde älter und lernte Verantwortung zu tragen. So gedankenlos ich bis dahin in den Tag hineingelebt hatte, so wichtig wurde es mir jetzt, Dinge zu tun, die einen „Wert“ besaßen. Ich ging wieder zur Schule. Ich studierte und suchte mir Hobbys in denen sich der Erfolg eines Trainings in Punkten und Siegen messen ließ.
Ganz komplett war mein Leben damit allerdings nicht. Etwas fehlte. Ich fühlte es, wenn mich eine Melodie berührte und ich empfand es, wenn ich eine fesselnde Geschichte las. Irgendwo, tief in mir drin, war da nämlich noch immer dieser Traum, den ich in den Nebeln der Kindheit verloren zu haben glaubte.

Die Leidenschaft des Schreibens neu zu entdecken war leicht. Weniger leicht fiel mir dagegen der Entschluss dieser Leidenschaft auch nachzugeben. Wäre es stattdessen nicht allemal „vernünftiger“ gewesen sich fortzubilden, eine neue Sprache zu lernen oder ein Fernstudium zu beginnen?
Bestimmt. Warum ich mich letzten Endes doch für das Schreiben entschieden habe? Vielleicht, weil ich mich gerne mit Fragen beschäftige, auf die mir weder die Wissenschaft noch die Religion eine Antwort geben. Zumindest keine die ich glauben kann. Der Gedanke, auf einem langsam erkaltenden Felsen durch ein totes Weltall zu rasen, erscheint mir ebenso wenig plausibel, wie die Existenz eines Gottes, der Tontafeln oder Bücher vom Himmel wirft.
Wenn ich an eine „göttliche Gabe“ glaube, dann an die der Phantasie. Sie öffnet Räume, die nur wir betreten dürfen und sprengt Ketten, die andere für uns geschmiedet haben. Und das Beste: Sie ist umsonst. Wer sie nährt, wer sie pflegt, dem ist sie ein treuer Begleiter. Auch und vor allem dann, wenn man den Glauben an die „Wirklichkeit“ wie sie uns das Fernsehen zeigt, verloren hat.

Soviel zu mir. Im Mittelpunkt des in Kürze im Art Skript Phantastik Verlag erscheinenden Buches „Das schwarze Kollektiv“ steht nicht Hapu, sondern der 16-jährige Ariko. Ariko hat die ersten Jahre seines Lebens in einem Waisenhaus verbracht. Mittlerweile aber ist er ein Kadett des bewaffneten Arms der Kirche, des "Schwarzen Kollektivs".
Die Geschichte beginnt in „Wilderland“, eine moderne, religiös geprägte Industrienation und Teil einer Welt, die mit der unseren auf vielfältige Weise verbunden ist.
Seiner selbstgewählten Bestimmung folgend, "Gottes Wort" mit Feuer und Schwert zu verbreiten greift Wilderland das über ein riesiges Waldgebiet herrschende Volk der Hameshi an. Diese haben sich den Missionierungsversuchen der Menschen stets widersetzt. Aufgrund der ihnen von der „roten Mutter Agrunbar“ verliehenen Kräfte halten sie sich selbst für göttlich.

Ariko beginnt den Konflikt auf Seiten des "Schwarzen Kollektivs", wechselt aber die Fronten, als er den "Ruf der roten Mutter" hört.
Ariko ist ein friedfertiger, in sich gekehrter Charakter, der Mord und Blutvergießen hasst. Kaum aber in den Wäldern angelangt verliebt er sich dort in Lamis’jala. Eine ebenso leicht reizbare, wie kampfeslustige Kriegerin.
Gemeinsam mit ihr, muss er sich einer Gefahr stellen, die nicht nur die heimatlichen Wälder, sondern die ganze Welt mit dem Untergang bedroht.
Um sich in „Das schwarze Kollektiv“ zurechtzufinden, musst Du „Hapu – Teufel im Leib“ nicht zwingend gelesen haben. Hast Du es aber doch, wirst Du neue Zusammenhänge entdecken und bislang unbekannte Bezüge herstellen können.

Liebe unbekannte Leserin, lieber unbekannter Leser, ich bedanke mich für Deine Geduld und hoffe Dich bald wieder zu sehen. Wenn das geschieht, möchte ich Dich bei der Hand nehmen und Dir eine Welt zeigen, von der ich glaube, dass sie es wert ist, dass Du sie kennen lernst.

Bis dahin! Liebe Grüße
Michael Zandt

Bildquelle: Art Skript Phantastik Verlag